Picardy Spaniel

Picardy Spaniel
Picardy Spaniel
  • Merkmale vom Picardy Spaniel

  • FCI-Standard Nr.: 108
  • Herkunft: Frankreich
  • Größe: Rüden 55 – 60 cm, Hündinnen etwas kleiner
  • Farben: Braun mit grauer Melierung, oft mit dunklerer Schattierung an Rücken und Ohren
  • Alter: 12 – 14 Jahre
  • Gewicht: 20 – 25 kg

Herkunft und Geschichte

Der Picardy Spaniel, auch Épagneul Picard genannt, ist eine traditionsreiche französische Hunderasse, deren Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Ursprünglich in der Region Picardie im Norden Frankreichs beheimatet, wurde dieser Vorstehhund speziell für die Jagd auf Niederwild in sumpfigem und unwegsamem Gelände gezüchtet. Der Picardy Spaniel ist eine der ältesten kontinentalen Spaniel-Rassen und wird oft mit dem Blue Picardy Spaniel verwechselt, obwohl beide als eigenständige Rassen anerkannt sind. Historisch wurde der Picardy Spaniel von französischen Adligen geschätzt, die seine Fähigkeiten im Gelände und seine Anpassungsfähigkeit an schwierige klimatische Bedingungen zu schätzen wussten. Nach den Weltkriegen ging die Population stark zurück, doch engagierte Züchter sorgten dafür, dass die Rasse bis heute erhalten blieb. 1907 wurde der erste offizielle Standard durch den französischen Zuchtverband festgelegt, und die Rasse wird von der FCI unter der Nummer 108 in der Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 1.2 (Kontinentale Vorstehhunde – Spaniel-Typ) geführt.

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Picardy Spaniel ist ein mittelgroßer, harmonisch gebauter Hund mit einem edlen, aber robusten Erscheinungsbild. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 55 bis 60 cm, Hündinnen bleiben meist etwas kleiner. Die max_groesse beträgt 60. Das Gewicht liegt je nach Geschlecht und Statur zwischen 20 und 25 kg. Das auffälligste Merkmal des Picardy Spaniels ist sein langes, seidiges und leicht gewelltes Fell, das in einer charakteristischen braun-grauen Farbe mit leicht melierten Tönen erscheint. Der Kopf ist länglich mit einer leicht gewölbten Stirn und einem sanften Ausdruck. Die mittelgroßen, tief angesetzten Hängeohren sind dicht behaart und unterstreichen den typischen Spaniel-Look. Die Augen sind bernsteinfarben bis dunkelbraun und vermitteln Intelligenz und Sanftmut. Die Rute ist mittellang, gut behaart und wird meist leicht gebogen getragen. Der Körperbau ist kräftig, jedoch ohne schwerfällig zu wirken, mit einer breiten Brust und muskulösen Gliedmaßen, die dem Picardy Spaniel Stabilität und Ausdauer verleihen. Die Bewegungen sind fließend, energisch und zeigen seine Eignung für die Jagdarbeit.

Größenverhältnis Picardy Spaniel zum Menschen

Mann180 cm
Picardy Spaniel 6060 cm
Frau164 cm

Wesen und Charakter

Picardy Spaniel Charakter
Picardy Spaniel Charakter

Der Picardy Spaniel überzeugt nicht nur durch seine jagdlichen Fähigkeiten, sondern auch durch sein ausgeglichenes und freundliches Wesen. Er ist intelligent, lernfreudig und zeigt eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Menschen. Diese Rasse ist sehr menschenbezogen und benötigt eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson. Im Familienumfeld ist der Picardy Spaniel liebevoll, kinderfreundlich und sozialverträglich – sowohl mit anderen Hunden als auch mit Haustieren. Aufgrund seines Jagdtriebs sollte jedoch auf eine konsequente Erziehung und eine frühzeitige Sozialisierung geachtet werden. Er ist kein Hund, der lange allein bleiben möchte; zu viel Isolation kann zu Verhaltensproblemen führen. Der Picardy Spaniel braucht viel Bewegung und geistige Auslastung, sei es durch lange Spaziergänge, Suchspiele oder jagdliche Führarbeit. Sein Wesen ist ruhig, aber wachsam, was ihn auch zu einem guten Begleithund abseits der Jagd macht. Er bellt selten grundlos und zeigt ein eher unaufgeregtes Verhalten im Alltag. Mit seiner sensiblen, aber stabilen Persönlichkeit ist der Picardy Spaniel ideal für aktive Familien oder Einzelpersonen, die ihm Zeit, Aufmerksamkeit und Beschäftigung bieten können.

Haltung und Pflege

Die Pflege des Picardy Spaniels ist vergleichsweise unkompliziert, erfordert jedoch aufgrund seines längeren Fells eine gewisse Regelmäßigkeit. Sein seidiges, leicht gewelltes Haarkleid neigt dazu, Schmutz und kleine Äste aufzunehmen, insbesondere nach Spaziergängen in Wald oder Feld. Daher empfiehlt sich ein mehrmals wöchentliches Bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden und das Fell glänzend und gesund zu halten. Besonders an den Ohren, der Rute und den Beinbefederungen sollte man auf Knotenbildung achten. Die Ohren sollten regelmäßig auf Verschmutzungen und Anzeichen von Entzündungen untersucht werden, da hängende Ohren grundsätzlich anfälliger für Infektionen sind. Die Krallen sollten kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden, ebenso wie die Pfotenballen auf Risse oder Fremdkörper überprüft werden sollten. Zahnpflege ist ebenfalls wichtig – entweder durch regelmäßiges Zähneputzen oder durch spezielle Kauhilfen. Da der Picardy Spaniel ein aktiver Hund ist, benötigt er viel Bewegung und mentale Anreize, um nicht unterfordert zu sein. Regelmäßige Tierarztbesuche, Impfungen und eine ausgewogene Ernährung gehören selbstverständlich ebenfalls zur verantwortungsvollen Pflege dieser liebenswerten Rasse.

Rassetypische Krankheiten

Der Picardy Spaniel gilt insgesamt als gesunde Rasse mit robuster Konstitution, was vor allem auf seine funktionale Zucht als Arbeitshund zurückzuführen ist. Dennoch sind auch bei ihm einige gesundheitliche Aspekte zu beachten. Gelegentlich treten Ohrenentzündungen auf, insbesondere wenn die Ohrenpflege vernachlässigt wird. Auch Hüftdysplasie (HD) kann bei dieser Rasse vorkommen, weshalb verantwortungsvolle Züchter ihre Zuchttiere auf HD testen lassen. Seltener sind genetisch bedingte Augenprobleme oder Hautallergien dokumentiert. Aufgrund seines langen Fells und der dichten Unterwolle kann es bei sehr warmer Witterung zu Überhitzung kommen – hier ist für ausreichend Schatten und Wasser zu sorgen. Bei intensiver Jagdnutzung ist darauf zu achten, dass der Hund keine Überlastung der Gelenke oder Verletzungen durch Dornengestrüpp erleidet. Insgesamt ist der Picardy Spaniel jedoch ein widerstandsfähiger Hund, der bei artgerechter Haltung und guter Pflege ein Alter von 12 bis 14 Jahren erreichen kann. Präventivuntersuchungen und eine gute Beobachtung des Allgemeinbefindens sind die besten Mittel, um die Gesundheit des Hundes langfristig zu sichern.

Besonderheiten

Der Picardy Spaniel vereint viele Eigenschaften, die ihn zu einem idealen Begleiter für aktive Menschen machen. Besonders bemerkenswert ist seine Fähigkeit, sich sowohl als passionierter Jagdhund als auch als ruhiger, ausgeglichener Familienhund zu bewähren. Seine hohe Wasserfreude macht ihn zu einem idealen Hund für die Jagd in Feuchtgebieten, er scheut weder Sumpf noch Schilf und arbeitet ausdauernd auch unter schwierigen Bedingungen. Darüber hinaus ist er für sein sanftes, fast zurückhaltendes Wesen bekannt – eine Eigenschaft, die ihn besonders im häuslichen Umfeld angenehm macht. Trotz seiner Arbeitsfreude ist der Picardy Spaniel kein überdrehter Hund, sondern sucht stets die Nähe seines Menschen. Seine geringe Nervosität und das ruhige Wesen machen ihn auch für Hundeanfänger mit Erfahrung im Umgang mit Jagdhunden interessant. In Frankreich wird die Rasse traditionell in ländlichen Gebieten geführt, findet aber auch zunehmend in anderen europäischen Ländern Liebhaber. Seine Vielseitigkeit, seine Anpassungsfähigkeit und sein freundliches Wesen machen ihn zu einem echten Geheimtipp unter den Vorstehhunden.

Beliebte Hunderassen

Alle Hunderassen

Protein-Rechner für Hunde

Schätzt die tägliche Proteinmenge auf Basis von Gewicht, Lebensphase, Aktivität und Körperzustand. Optional kannst du dein Futter hinterlegen, um zu sehen, wie viel Gramm davon die Spanne decken. Das ist eine praxisnahe Orientierung, kein Ersatz für individuelle tierärztliche Beratung.

Tipp
Wenn du zwischen zwei Größen schwankst, nimm den konservativeren Wert und beobachte Körperzustand und Leistung im Alltag.

Optional. Dann berechnet der Rechner, wie viele Gramm deines Futters die Proteinspanne abdecken und wie viele kcal das wären.

Energiebedarf (MER)
RER × Aktivitätsfaktor
Protein (Minimum)
g/Tag
untere sinnvolle Spanne
Protein (Maximum)
g/Tag
obere sinnvolle Spanne
Ziel g Protein/Tag ≈ g Futter/Tag ≈ kcal/Tag
Minimum
Mitte
Maximum

Magazin und Ratgeber