Westfälische Dachsbracke

Westfälische Dachsbracke
Westfälische Dachsbracke
  • Merkmale vom Westfälische Dachsbracke

  • FCI-Standard Nr.: 100
  • Herkunft: Deutschland
  • Größe: 30 - 38 cm
  • Farben: Rotbraun mit schwarzem Sattel oder Decke, weiße Abzeichen häufig
  • Alter: 12 - 14 Jahre
  • Gewicht: 15 - 18 Kg

Herkunft und Geschichte

Die Westfälische Dachsbracke ist eine traditionsreiche deutsche Hunderasse, deren Wurzeln tief in der westfälischen Jagdkultur verankert sind. Ihre Entwicklung reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als Jäger einen Hund suchten, der Ausdauer, Spürsinn und eine niedrige Schulterhöhe für die Arbeit in unwegsamem Gelände und dichten Wäldern vereinte. Durch gezielte Zucht aus der Deutschen Bracke und dem Dackel entstand so die Westfälische Dachsbracke – ein kleiner, aber zäher Jagdhund mit hervorragenden Eigenschaften für die Schweißarbeit und Spurensuche. Besonders geschätzt wurde sie in bergigen Regionen und auf der Pirsch, wo größere Hunde oft hinderlich waren. Ihre geringe Größe, gepaart mit einem kräftigen Körper und unermüdlichem Jagdinstinkt, machte sie ideal für die Nachsuche von verletztem Wild. Bis heute ist die Westfälische Dachsbracke ein gefragter Gebrauchshund bei Berufs- und Freizeitjägern, jedoch außerhalb Deutschlands kaum bekannt. Sie gilt als eine der ältesten Brackenarten in Deutschland und ist seit 1935 von der FCI offiziell anerkannt.

Allgemeines Erscheinungsbild

Die Westfälische Dachsbracke ist ein kompakter, niederläufiger Jagdhund mit einer harmonischen, gut proportionierten Erscheinung. Rüden und Hündinnen erreichen eine Widerristhöhe von etwa 30 bis 38 cm und wiegen zwischen 15 und 18 Kilogramm. Das Fell ist dicht, derb und von mittlerer Länge, mit einer wetterfesten Unterwolle, die den Hund bei der Arbeit im Freien schützt. Typisch ist die rotbraune Grundfarbe mit schwarzen Decken oder Sattelzeichnung und weißen Abzeichen an Brust, Läufen und Rutenspitze. Der Körperbau ist langgestreckt, aber stabil und muskulös. Der Kopf ist mäßig breit, mit ausgeprägtem Stop, dunklen, lebhaften Augen und langen, tief angesetzten Hängeohren. Die Brust ist tief, der Rücken fest und die Rute mittellang, leicht gebogen und gut behaart. Insgesamt wirkt die Westfälische Dachsbracke wie eine kleinere Ausgabe der Deutschen Bracke, mit einem robusten Körperbau, der für Ausdauer und Wendigkeit sorgt.

Größenverhältnis Westfälische Dachsbracke zum Menschen

Mann180 cm
Westfälische Dachsbracke 3838 cm
Frau164 cm

Wesen und Charakter

Westfälische Dachsbracke Charakter
Westfälische Dachsbracke Charakter

Im Wesen zeigt sich die Westfälische Dachsbracke als typischer Jagdhund: passioniert, ausdauernd und sehr spursicher. Sie besitzt einen ausgeprägten Jagdtrieb, ist gleichzeitig aber auch freundlich, ausgeglichen und anhänglich im Umgang mit Menschen. Fremden gegenüber verhält sie sich eher zurückhaltend, ohne scheu oder aggressiv zu sein. Besonders hervorzuheben ist ihre Lernfähigkeit und Führigkeit – bei konsequenter, aber liebevoller Erziehung zeigt sie sich äußerst kooperativ und zuverlässig. Als Familienhund benötigt sie klare Regeln und ausreichend Beschäftigung. Wird sie geistig und körperlich gefordert, entwickelt sie sich zu einem treuen Begleiter mit ruhigem Gemüt. Die Westfälische Dachsbracke ist sozial verträglich mit anderen Hunden und aufgrund ihrer überschaubaren Größe auch in einem aktiven Haushalt gut haltbar. Ihre Loyalität gegenüber dem Halter ist bemerkenswert und ihre Sensibilität macht sie empfänglich für die Stimmungslage ihrer Bezugspersonen.

Haltung und Pflege

Die Pflege der Westfälischen Dachsbracke gestaltet sich unkompliziert. Ihr kurzes bis mittellanges Fell muss nur gelegentlich gebürstet werden, um abgestorbene Haare zu entfernen und die Haut gesund zu halten. Während des Fellwechsels im Frühling und Herbst ist etwas mehr Pflegeaufwand nötig. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der langen Hängeohren, da diese anfällig für Entzündungen sein können, insbesondere nach der Jagd oder längeren Aufenthalten im Unterholz. Auch die Pfoten sollten nach der Arbeit im Gelände auf Fremdkörper und Verletzungen überprüft werden. Da die Westfälische Dachsbracke ein aktiver Hund ist, nutzen sich die Krallen meist natürlich ab, dennoch sollten sie regelmäßig kontrolliert werden. Zahnpflege und ein allgemeiner Gesundheitscheck beim Tierarzt gehören ebenfalls zur Grundversorgung. Bei richtiger Haltung und Pflege zeigt sich die Rasse als pflegeleicht und robust im Alltag.

Rassetypische Krankheiten

Die Westfälische Dachsbracke ist im Allgemeinen eine gesunde und robuste Hunderasse, die wenig zu genetisch bedingten Krankheiten neigt. Aufgrund ihrer Dackelabstammung sollte jedoch ein Augenmerk auf die Gesundheit der Wirbelsäule gelegt werden, da ein zu lang gezogener Rücken bei Übergewicht oder übermäßiger Belastung zu Bandscheibenproblemen führen kann. Zudem ist – wie bei vielen Hunderassen mit hängenden Ohren – eine gewisse Anfälligkeit für Ohrenentzündungen gegeben, was durch gute Pflege und regelmäßige Kontrolle jedoch meist problemlos in den Griff zu bekommen ist. Gelegentlich können auch Augenprobleme oder Zahnsteinbildung auftreten. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und die Vermeidung von Übergewicht tragen entscheidend zur Gesundheit der Westfälischen Dachsbracke bei. Bei guter Haltung kann sie ein Alter von etwa 12 bis 14 Jahren erreichen und bleibt in der Regel bis ins hohe Alter aktiv und bewegungsfreudig.

Besonderheiten

Die Westfälische Dachsbracke ist eine außergewöhnliche Kombination aus Arbeitsfreude, Ausdauer und Familienfreundlichkeit. Sie ist kein typischer Anfängerhund, da sie eine klare Führung und sinnvolle Aufgaben benötigt, aber für jagdlich ambitionierte Halter oder aktive Familien mit Hundeerfahrung ist sie ein bereichernder Begleiter. Ihre seltene Verbreitung außerhalb Deutschlands macht sie zu einem Geheimtipp unter Jagdhunde-Enthusiasten. Sie vereint die Vorzüge eines mittelgroßen, leichtführigen Hundes mit hervorragender Spürarbeit und einer tiefen Bindung an ihre Bezugspersonen. Aufgrund ihres Jagdtriebs eignet sie sich nur bedingt für ein Leben ohne ausreichende Auslastung, kann aber bei richtiger Haltung auch als sportlicher Begleithund überzeugen. Ihre Wurzeln als klassischer Schweißhund machen sie prädestiniert für Fährtenarbeit, Mantrailing oder jagdliches Training. Wer einen loyalen, arbeitsfreudigen und dennoch familiennahen Hund sucht, findet in der Westfälischen Dachsbracke eine bodenständige, vielseitige Rasse mit Charakter.

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Ziel g Protein/Tag ≈ g Futter/Tag ≈ kcal/Tag
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